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Kaminsprengung in Geilenkirchen
 

Mit dem 54-Meter hohen Schornstein der ehemaligen Molkerei kommt am Donnerstagnachmittag ein Wahrzeichen von Geilenkirchen in Etappen zu Fall. Foto: Georg Schmitz

 

Alte Molkerei: 54-Meter-Turm gesprengt
Von: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Ein überragendes Wahrzeichen von Geilenkirchen liegt in Schutt und Asche: Knapp fünf Kilogramm Sprengstoff brachten den Schornstein der ehemaligen Molkerei zu Fall. Pünktlich um 14 Uhr fiel vor den Augen von rund 200 Zuschauern der 54 Meter hohe Riese an der Herzog-Wilhelm-Straße dank gelatinösem Amonsalpeter-Sprengstoff in ein Kiesbett. Bei der akribisch geplanten Sprengung war der Kamin exakt in die berechnete Richtung umgekippt.

In den vergangenen Wochen hat die Familie Davids als Besitzer des Geländes die früheren Molkerei-Gebäude abgerissen, hier soll nun ein Baugebiet entstehen. Für Sprengmeister Rainer Gnisdza von der beauftragten Spezialfirma Stephan Braun aus Simmerath zählt die Niederlegung des Kamins, so der Fachausdruck für diese Sprengung, zum Alltagsgeschäft.



Sprengmeister Rainer Gnisdza (r.) und Assistent Andreas Löhrer bohren die letzten Löcher für die Befüllung mit Sprengstoff.

Der in Hückelhoven wohnende 55-Jährige hat in seiner Zeit als Sprengfachmann schon ganz andere Bauwerke niedergelegt. „Das größte war das 22 Stockwerke hohe Iduna-Haus auf der Reeperbahn in Hamburg“, erinnert sich Gnisdza. Da misst sich der Geilenkirchener Kamin mit einem Durchmesser von rund sechs Metern im Sockel recht klein.

Für die Bürger gehörte der 1976 von der Geilenkirchener Firma Hall-Kehmer gebaute Schornstein zu den weithin sichtbaren Wahrzeichen der Stadt. Einige Geschichten sind mit dem „Riesen“ verbunden. Manchen Piloten diente der Koloss beim Anflug als Orientierungshilfe. Mitglieder der Besitzerfamilie hatten bei Welt- oder Europameisterschaften die Spitze des Kamins immer mit einer alles überragenden Deutschlandfahne versehen, die letzten Bestandteile fielen am Donnerstag der Sprengung zum Opfer.

Nach den Planungen für die Niederlegung des Kamins mit Einholen der entsprechenden Genehmigungen bei der zuständigen Bezirksregierung und den weiteren Behörden ging es bereits Anfang dieser Woche an die handwerklichen Vorbereitungen. Weil der Schornstein in der Einflugschneise des Nato E-3A-Verbandes lag, galt es, ein vorgegebenes Zeitfenster von 15 Minuten einzuhalten, in dem keine Überflüge stattfanden.

In den zwei Tagen vor dem Ereignis bohrten Rainer Gnisdza und Sprenghelfer Andreas Löhrer 40 Löcher für die Sprengladungen, angeordnet in drei in Abständen von rund 80 Zentimetern übereinander liegenden Bohrlochreihen. „Daneben haben wir Fallschlitze in den Kamin gestemmt, die die Fallrichtung vorgeben“, erklärt Sprengmeister Rainer Gnisdza.
Verkehr angehalten

Ob der Kamin in einem Stück umfällt, oder er noch in sich zusammenbricht, lasse sich nicht voraussagen. Wenige Stunden vor der Sprengung wurden die Bohrlöcher mit fast fünf Kilo des knetbaren Amonsalpeter-Sprengstoffes gefüllt und die Verbindungen mittels Zündschnüren hergestellt.

Am Nachmittag war es dann soweit, kurz vor 14 Uhr wurde die unmittelbare Umgebung durch Posten abgesichert und der Verkehr auf der Herzog-Wilhelm-Straße von vier Polizeibeamten kurzzeitig angehalten. Im Vorfeld waren 38 Bewohner der nächstliegenden Häuser des Baugebietes Hommerheide vorsichtshalber evakuiert worden. Ein lang anhaltender Warnton um 14 Uhr ging dem eine halbe Minute später folgenden zweigeteilten Signal voraus, bevor der Sprengstoff elektrisch gezündet wurde.

Außer einer Staubwolke am Sockel tat sich einige Sekunden lang nichts. Doch dann neigte sich der Schornstein langsam in Richtung Herzog-Wilhelm-Straße. Vor den Augen des öffentlich bestellten Sachverständigen für Sprengungen der Industrie- und Handelskammer, Walter Werner, und Vertreter der Stadtverwaltung Geilenkirchen knickte das Ungetüm dann noch ein und landete, eine Menge Staub aufwirbelnd, im Kiesbett. Ein dreifaches Hupsignal machte kurze Zeit später auf die erfolgreiche Sprengung aufmerksam.

Quelle: Geilenkirchener Zeitung vom 12. April 2013

 
     
Simmerather Recycling GmbH - Stephan Braun - Völlesbruchstr. 20 - 52152 Simmerath